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Das war einfach sensationell! Der diesjährige Super-10-Kampf, ein Anlass der Stiftung Schweizer Sporthilfe, hat wirklich viel Spektakel geboten. Stefan war schon lange als teilnehmender Athlet gesetzt, Patrick hatte die Funktion des Jokers. Und siehe da: Er kam wegen einer Grippe von Urs Schönenberger, dem Trainer der Thuner Champions-League-Fussballer, tatsächlich zum Einsatz.
Päddy: Wann hast du erfahren, dass du zum Einsatz kommst und wie hast du darauf reagiert?
Ich habe um halb zwölf erfahren, dass ich mittun darf und habe mich natürlich sehr gefreut. Ich hatte ja alle Proben mitgemacht und war gut vorbereitet.
Stef: Wie hast du die Proben erlebt? Habt ihr euch als Team auch taktisch vorbereitet?
Die Proben waren ein riesen Spass. Wir hatten den ganzen Tag Zeit die einzelnen Spiele mit unserem Team Gelb zu trainieren und jedes Teammitglied dort einzusetzen, wo es am meisten Sinn machte. Uns war schon nach dem Proben klar, dass wir um den Sieg mitreden können.
Stefan Kobels Team war weltmeisterlich. Mit Tom Lüthi, dem frisch gebackenen Motorradweltmeister in der Viertelliter-Klasse, mit Simone Niggli-Luder,10-facher (!!!) Weltmeisterin und dem Ringer Reto Bucher bildeten sie das Team Gelb.
Stef: Was hältst du von Simone Niggli-Luder? Wie war es mit Tom Lüthi in einem Team zu sein. Du durftest ihn ja sogar noch auf Schultern tragen.
Ja, da war schon eine ganze Menge Schweizer Sportedelmetal in unserem Team zusammen. Doch was an diesem Abend wirklich zählte war Polysportivität, Unterhaltung, Show und viel ,viel Spass. Auch darin waren Tom, Simone und Reto Weltklasse! Tom hat mich vor allem beeindruckt, wie locker und souverän er mit seinen 19 Jahren bereits mit dem ganzen Medienrummel umgeht. Simone und Reto sind super sportlich und Mega-Typen. Es kam mir eigentlich so vor, als wären wir alle schon lange guten Kollegen!
Patrick war bei den Grünen, zusammen mit Mister-Schweiz, Renzo Blumenthal, Daniela Meuli (Snowboard-Weltmeisterin) und Nicola Spirig (Triathlon).
Päddy: Wie war es mit dem Mister Schweiz in einem Team zu sein? Oder machst du jetzt bei den nächsten Mister-Schweiz-Wahlen mit?
Renzo Blumenthal hat mich sportlich überrascht. Er ist körperlich sehr fitt und koordinativ sehr begabt ein echter Sportler. An den Mister-Schweiz-Wahlen würde ich nie mitmachen.
Ein Missgeschick zu Beginn
Freitag Abend, 10'000 Sportbegeisterte im neuen Hallenstadion, ein tolles Gefühl, Lichtshow, tolle Soundanlage, Sascha Rufer vom Fernsehen begrüsst und übt mit dem Publikum das Klatschen. Dann Licht aus. Die Stars laufen im Scheinwerferlicht in das noch leere Rund. Simon Ammann zieht sich das orange T-Shirt über den Kopf und will so, mit erhobenen Armen, quasi blind, die Showbühne betreten. Er übersieht dabei die Krankamera von SFDRS und liegt, kaum wird sein Name verkündet, ganz schnell flach am Boden. Glücklicherweise verletzte sich der Doppelolympiasieger von 2002 nicht gravierend und konnte weitermachen.
Stef und Päddy: Seid ihr schon mal von so vielen Zuschauern (über 10'000) begrüsst worden? Was ist das für ein Gefühl?
Stef: Ja, die Atmosphäre hat mich stark an die letzten Spiele in Athen erinnert. Eigentlich macht es nicht unbedingt die Anzahl der Zuschauer aus, sondern ihre Begeisterung. Dieses Knistern in der Luft ist für uns Athleten wie Adrenalin. Es trägt einen zu Höchstleistungen ohne dass man die Anstrengung wahrnimmt. Ein wunderschönes Gefühl!
Päddy: Ja, in Athen an der Olympiade waren auch um die 10'000 Zuschauer zugegen, dann wohl auch in beim Turnier in Klagenfurt. Aber es war schon speziell schön, hier im Hallenstadion die Atmosphäre der Halle war total lässig. Übrigens bin ich froh bei der Präsentation nicht in die Kamera gerannt zu sein...
Die Inline-Flugshow
Wer fliegt mit Inline-Rollschuhen an den Füssen, von seinem Team mittels einem Seil und genügend Fliehkraft auf das nötige Tempo gebracht und über eine ziemlich steile Rampe am höchsten in die Luft? Wer es nicht gesehen hat, hält es für unwahrscheinlich. Aber was Renato Tosio, Tom Lüthi, Eveline Leu, Simone Ammann und DJ Bobo geboten haben, verdient allen Respekt, zeugt von grösstem Mut und war schlicht phänomenal. Als Tom Lüthi der Skiakrobatin und Vizeweltmeisterin Evelyne Leu den gestreckten Rückwärtssalto nachmacht, tobt die Halle. Kaum weniger Begeisterung lösen Renato Tosio (Markenzeichen Spreizsprung) DJ Bobo (Vorwärtssalto) und Simon Ammann (höchster Sprung mit 4 Metern 40) mit ihren Höhenflügen aus. Renato Tosio kommt auch über vier Meter, aber nur mittels drittem Inline-Schuh, den er mit der rechten Hand in die Höhe streckt. Eines der wenigen Fouls, das Ex-Fifa-Spitzenschiedsrichter Urs Meier durchgehen lässt.
Stef und Päddy: Nie und nimmer hättet ihr euch auf diese Inliner begeben. Bitte sagt ja oder?
Stef: Tja, ich war eigentlich schon recht froh, als Tom sich so schnell und spontan als Springer in unserem Team gemeldet hat. Aber eigentlich mehr darum, weil ich Angst hatte, dass mein Team meine 90 Kilo nicht so gut beschleunigen kann!! Oder vielleicht doch, weil ich Angst hatte über die Rampe zu fahren?
Päddy: Als ich zu meinem Team stiess, war die Frage schon geklärt, wer über die Schanze springen würde. Da war ich natürlich gottenfroh. Solche Aufgaben entsprechen nicht meinem Naturell. Die müssen ja schon ein bisschen verrückt sein, die so was machen...
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Mount Hallenstadion (5 M.ü.Boden) und Guggenmusik
Bei der Winterstaffette ("Yeti-Spiel") zeichnet sich Stef mit Schneeschuhen an den Füssen mit einer Hechtrolle über den Mount Hallenstadion aus und deutet seine kämpferischen Qualitäten das erste Mal an. Patrick überzeugt auf Langlaufskiern und reisst beim ungewollten Sturz geschickt seine Verfolger mit ins Verderben, lässt sich also nicht überholen. Zuvor hatten beide ein ruhiges und präzises Händchen bewiesen, als sie beim Vespa-Spiel die Schwimmringe so bereit hielten, dass sie die Vespa-Kopiloten mit ihrem Ritterstab so einfach wie möglich aufspiessen konnten. Beim Guggenmusik-Spiel gibt Stefan, mit Tom Lüthi auf seinen Schultern, den Takt mit der Trommel an, Päddy bläst in die Trompete, die Zuschauer sind begeistert.
Päddy und Stef: Wird man euch bald im Guggenmusik-Kostüm bewundern können? Habt ihr schon Anfragen von Guggenmusik-Gruppen erhalten?
Päddy: Ich habe wohl bei dieser Aufgabe nicht so eine gute Falle gemacht. Ich war froh, dass in unserer Gruppe Erich Mächler war, der wirklich Trompete spielen konnte.
Stef: Nein zum Glück nicht. Ich habe Meine Musikkarriere bereits vor ca. 20 Jahren abgebrochen. Ein bisschen Fasnacht ist schon ok, aber lieber mit einem Glühwein in der Hand als einer Pauke auf dem Rücken!
Danach ist Patrick mit Team Grün direkt im Halbfinal. Stef schafft gleiches kurze Zeit später auch. Und was unausweichlich schien, wurde wahr. Patrick und Stefan müssen im Halbfinal gegeneinander antreten. Das Duell ist längst entschieden, als Stef zum zweiten Mal unter einem Hindernis, das militärische Erinnerungen wach ruft, durchrobbt. Daniela Meuli, die Patrick übergeben musste, war auf dem Gigampfi-Schwebebalken sehr unglücklich gestürzt und verletzte sich dabei.
Päddy: Wie gehst du mit dieser Halbfinal-Niederlage um? Gehört sie zu deinen schmerzlichsten Niederlagen dieser Saison, deiner Karriere?
Nein, natürlich nicht...! (lacht) Ich hätte mir gewünscht, dass es zu einem echten Endspurt zwischen Stef und mir gekommen wäre. Das wäre doch lustig geworden, auch wenn ich ziemlich sicher bin, dass Stef gewonnen hätte. Es ging ja um den Fun. Und ich hätte gern noch einmal den Parcours absolviert.
Der Final
Team Rot gegen Team Gelb. Wieder die Hindernislauf-Staffette, Stefan wieder bereit als Schlussläufer. Neben ihm Marcel Fischer, Fecht-Olympiasieger von Athen. Übergeben würden ihnen Reto Bucher (an Stefan) und Renato Tosio, Ex-Eishockey-Nationaltorhüter. Team Rot pedalt sich auf der Dreiradstrecke einen unaufholbar scheinenden Vorsprung heraus. Aber im Sport ist alles möglich. Nie aufgeben dachte sich auch Ringer und Athen-Teilnehmer Reto Bucher. Dass er eine Kampfsportart betreibt war unübersehbar. Die Art und Weise, wie er Tosio aufholte, war heroisch. Auf jeden Fall so, dass Tosio und Bucher zeitgleich (allerdings nicht ganz regelkonform: Bucher schaffte den verlangten Bocksprung über Stef nicht) an ihre Schlussläufer Kobel bzw. Fischer übergeben konnten.
Was dann folgte war eigentlich in höchstem Masse ungerecht. Oder fänden Sie es gerecht, einen "Profi Sandwühler Typ Bälle auch noch so knapp über Sandboden noch erreichenden Defense Player of the - Year" gegen einen "Profi im Degen Tanz Typ eleganter - Fechter" auf ein Rennen mit einem flach, auf dem Bauch zu durchrobbenden Hindernis zu schicken? Nein, es wäre nicht gerecht. Dennoch zögerte Stef keine unnötigen Sekunden lang und startete seinen Turbo. Er holte für sein Team Gelb den Sieg, wovon ihn auch das unbarmherzige in Gegenrichtung rollende Laufband nicht abhalten konnte.
Stef: Wie hast du den Zweikampf Bucher-Tosio vor deinem Start zum letzten Rennabschnitt miterlebt? Kannst du das Gefühl beschreiben, das sich mit dem Sieg von deinem Team Gelb verbindet?
Stef: Wie hast du den Zweikampf Bucher-Tosio vor deinem Start zum letzten Rennabschnitt miterlebt? Kannst du das Gefühl beschreiben, das sich mit dem Sieg von deinem Team Gelb verbindet?
Ich war mir sicher, dass Reto zu Renato aufholen kann. Er war schon im Training die einsame Bestzeit in seinem Abschnitt gelaufen und wie wir alle wissen, ist Reto einer der grössten Kämpfer der Welt. Klar war mir auch, dass ich mit meiner fast einjährigen Erfahrung auf der Kampfbahn Isone klare Vorteile gegenüber Marcel Fischer hatte.
Der Sieg war ein perfekter Abschluss eines unvergesslichen Tages mit unserem Team Gelb und allen anderen Athleten, Promis und Organisatoren.
Päddy und Stef: Ein gelungener Abend, dieser Super10Kampf? Was hat euch am meisten Spass gemacht, was am meisten beeindruckt?
Päddy: Es macht einfach Spass zusammen mit andern super Sportlerinnen und Sportlern etwas zu machen, wo keiner wirklich gut ist. Es war eine ganz tolle Stimmung! Es war sehr schön, dass Tom Lüthi da war. Ich habe mich sehr für Tom gefreut, dass er seinen Weltmeistertitel mit den Zuschauern und uns feiern konnte.
Stef: Ja, das war wirklich ein toller Tag. Ich habe die Proben und den Austausch mit all den anderen Athleten sehr genossen. Beeindruckt hat mich einmal mehr, wie herzlich und ehrlich die Begeisterung der Zuschauer und Fans für uns Athleten ist.
Für Stefan und Patrick und die andern Athleten ging der Abend auch noch nach Wettkampfende weiter. Autogramme geben war noch angesagt. Dann war der Super10Kampf, Ausgabe 2005 vorbei. Wir können uns jetzt schon auf die nächste Ausgabe freuen.
Wiederholung auf SF2: Sonntag, 20.11.2005; 16.50 17.50 Uhr
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