21.01.05 Beachvolleyball-Training by Stefan Kobel



Stefan Kobel gehört nicht nur selber zur Weltspitze, er macht sich auch Gedanken, wie die Schweiz in Zukunft ganz vorne mitspielen kann. Deshalb hat er mit Markus Egger ein Lehrmittel erarbeitet, in dem er seine Trainingsphilosophie erklärt.

Stefan Kobel, Du hast eine Broschüre für Beachvolleyballtraining erarbeitet. Für wen ist sie gedacht?
Beachvolley ist in Europa eine sehr junge Sportart. Es gibt wenige wirklich kompetente Trainer. Wir Spieler haben sicher die grösste Erfahrung. Ich war etwas überrascht, als ich sah, dass Jugend und Sport kein vernünftiges Lehrmittel im Bereich Beachvolley hat. Ich habe daher mit dem Verband beschlossen, ein solches zu machen. Heute haben wir gute Schweizer Teams, wir müssen aber die Jungen gut ausbilden, damit wir in ein paar Jahren nicht den Anschluss an die Spitze verlieren. Die Broschüre ist für alle, die sich in ihrem Spiel verbessern und weiterentwickeln wollen oder Beachvolley-Trainings leiten. Ich bin froh, dass mir Markus Egger beim Zusammenstellen der Broschüre geholfen hat.

Wo legst Du die Schwerpunkte bei Deinem Lehrmittel?
Ich bin in den letzten fünf oder sechs Jahren viel in der Welt herumgereist und habe gesehen, wie in Ländern, in denen Beachvolleyball schon länger seriös betrieben wird (Brasilien, USA), trainiert wird. Davon habe ich enorm profitiert. Meine Trainings-Philosophie ist eine gesunde Mischung zwischen Einzeldrill und gezielten Spielformen. Ich nehme einzelne Spielelemente und betrachte sie isoliert. Dabei wird die Aktion so lange wiederholt, bis der Bewegungsablauf sitzt. Dann kann man das Element in einer Spielsituation integrieren. Es ist mir wichtig, dass die Techniken automatisch ablaufen.

Das ist eine Philosophie, die auch in der Halle angewandt werden kann.
Ja. Der grösste Unterschied ist sicher, dass im Beachvolleyball vielseitiger trainiert werden muss. Im Sand stehen sich Zweierteams gegenüber, in der Halle sind es sechs Spieler. Beim Beachvolleyball fällt die Spezialisierung im Spielaufbau weg. Man muss alle Spielelemente beherrschen, sonst hat man in dieser Sportart keine Chance. Dafür kann der Trainer bedeutend besser auf den einzelnen Spieler eingehen. Beachvolleyball ist im Juniorenbereich eine gute Grundlage für Volleyball in der Halle.

Ueli Känzig

Beachvolleyball-Training by Stefan Kobel und Markus Egger
Erhältlich ab April 2005 im Shop von Swiss Volley unter www.volleyball.ch!



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